Chronik der Musikkapelle Willerazhofen

Obwohl die Entstehungsgeschichte der Musikkapelle Willerazhofen bis in die Zeit vor dem 1. Weltkrieg zurückreicht, gilt das Jahr 1923 mit den ersten öffentlichen Auftritten der damals 23 Mitglieder zählenden Musikgesellschaft als offizielles Gründungsjahr.

Mit Unterstützung des damaligen Stadtmusikdirektors Zeh, der die Ausbildung einiger Musikzöglinge übernahm, erzielte man bereits 1924 beim Bundesmusikfest in Kißlegg unter der Leitung von Dirigent Heinrich Milz einen „I-A-Preis" beim Wertungsspiel. Nach weiteren Erfolgen und der Festigung der Musikkapelle im dörflichen Leben übernahm 1932 Franz Gaile die musikalische Leitung.

Diese hoffnungsvolle Entwicklung wurde durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs bis zum Neubeginn im Jahr 1948 unterbrochen. Bis zum Jahr 1965 mußten die Proben in verschiedenen privaten Wohnstuben abgehalten werden, mit dem Bau des Schulgebäudes in Willerazhofen konnten aber dessen Räumlichkeiten schließlich dafür genutzt werden. Im selben Jahr traten die Musikanten auch erstmals in einheitlicher Tracht auf.

Nach dem Tod von Franz Gaile setzte Albert Pfahl ab 1966 dessen erfolgreiche Arbeit nahtlos fort, bis auch er während der Ausübung seines Dirigentenamtes beim Musikfest in Diepoldshofen 1971 unerwartet und tragisch verstarb.

Für ihn wurde Rupert Waizenegger zum Dirigenten gewählt. Als Vorstand fungierte bis dahin Matthäus Motz, später dann Karl Mayer. Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte war das unvergessliche Musikfest zum 50-jährigen Bestehen, das mit Festzelt und einem großartigen Festzug durch das Dorf gefeiert wurde. Mit Hilfe der daraus erwirtschafteten Mittel konnte schließlich der Bühnenanbau der Turnhalle mitfinanziert und größtenteils in Eigenleistung erstellt werden, der seither als Probelokal genutzt wird.

Da Dirigent Waizenegger zu der Zeit beruflich verhindert war, erklärte sich der Leutkircher Musikdirektor Manfred Munz 1976 bereit, die musikalische Leitung in Willerazhofen „aushilfsweise" zu übernehmen, woraus sich aber – ähnlich wie bei der Ablösung von Karl Mayer 1979 durch Martin Bareth als Vorstand – eine regelrechte Ära entwickeln sollte, die den Musikverein zu dem macht, was er heute ist. Seit 1982 präsentiert sich die Musikkapelle in ihrer von Heimatpfleger Herbert Mayer entworfenen heutigen Tracht, die 1989 um eine komplette Damentracht erweitert wurde.

Krankheitsbedingt musste Musikdirektor Munz schließlich 1994 seine erfolgreiche, durch fünf Wertungsspielteilnahmen, zahlreiche Gemeinschaftskonzerte und eine intensive eigenen Jugendarbeit, vor allem aber auch kameradschaftlich geprägte erfolgreiche Dirigententätigkeit in Willerazhofen aufgeben. Seitdem leitet Erich Steiner die Kapelle bis heute musikalisch und brachte wie seine Vorgänger den Verein ein weites Stück voran. Im Jahr 1998 feierten die Willerazhofer erneut mit einem aufwendigen Musikfest ihr 75jähriges Jubiläum.

Vorstand Martin Bareth gab im Jahr 2000 nach fast 20 Jahren den Vorstandsposten ab. Während seiner Amstzeit vergrößerte sich die Kapelle stetig, Dorffeste wie das Mai- oder Herbstfest wurden maßgeblich durch ihn zum festen Bestandteil der finanziellen Grundlage des Vereins und nicht zuletzt das erfolgreiche Musikfest vor fünf Jahren bekam seinen unverkennbaren Stempel aufgedrückt.

Zu seinem Nachfolger wurde Klaus Herrmann gewählt. Zu den Highlights der letzten Jahre zählen sicherlich zwei Teilnahmen 1999 am Marschmusikwettbewerb (in Bad Wurzach und Waltershofen) und jüngst das Wertungsspiel beim Kreismusikfest in Roggenzell, bei denen jeweils die Bestnote erreicht werden konnte. Ebenso hat sich unsere Kapelle durch Gemeinschaftskonzerte mit umliegenden Musikvereinen und in der Unterhaltungsmusik einen Namen machen können. Unvergessen bleiben wird bestimmt auch die Rom- Fahrt mit Ortspfarrer Wachter im Frühjahr 2003.

Im Jahr 2003 wurde zudem unser 80-jähriges Bestehen im Rahmen eines Jubiläumskonzerts am 7. Dezember gebührend gefeiert.

Feste Termine im Kalender des Musikvereins Willerazhofen sind übers Jahr hinweg das Schnurranten in der Fasnet, die Alteisensammlung, der „Oier-Tanz" am Ostersonntag, das traditionelle Maifest, Maiandachten sowie unser beliebtes Herbstfest Mitte Oktober und die Gemeindeweihnachtsfeier.

Darüber hinaus werden selbstverständlich alle kirchlichen Feste und sonstigen feierlichen Anlässe musikalisch umrahmt, getreu dem Motto auf der Vereinsfahne: „In Freud’ und Leid zum Spiel bereit!"

Unsere Musikkapelle besteht zur Zeit aus 58 aktiven Mitgliedern einschließlich Fahnenabordnung im Alter zwischen 13 und 64 Jahren.

In Ausbildung stehen unter Leitung von Jugendleiter Manfred Schuhmacher derzeit sieben Jugendliche, die bereits erfolgreich in der Jugendblaskapelle Achtal, dem Zusammenschluß der Musikkapellen Diepoldshofen, Heggelbach, Reichenhofen und Willerazhofen, musizieren. Auch hier konnte bereits dieses Jahr beim Wertungsspiel die Bestnote „Hervorragend" erzielt werden

 

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